Vor zwei Jahren stand unsere kleine Firma vor einem echten Problem. Wir hatten drei neue Monteure eingestellt, die unbedingt in der Region gebraucht wurden. Doch die Mieten in der Stadt waren unbezahlbar, und auf dem Land gab es schlichtweg keine freien Wohnungen. Ohne eine bezahlbare Lösung drohten uns die Bewerber wieder abzuspringen. Das war keine theoretische Planungsaufgabe, sondern ein handfester Engpass, der unseren Betrieb lahmlegen konnte. Wir brauchten eine echte Lösung, und zwar schnell.
Die klassischen Portuale lieferten nur Frust. Daher suchten wir nach speziellen Anbietern, die sich auf geförderte Wohnungsangebote konzentrieren. Eine Suche, die uns schließlich auf die Seite wbs-wohnung.net führte. Für uns als Unternehmen war das ein ungewöhnlicher Ansatz, aber genau dieser brachte den Durchbruch.
Der WBS als betriebliches Werkzeug
Viele Unternehmer denken beim Thema Wohnberechtigungsschein an soziale Fürsorge. Ich sah ihn plötzlich als strategischen Hebel. Ein Großteil unserer Belegschaft verdient gut, aber das Einstiegsgehalt für Fachkräfte liegt oft noch unter den Grenzwerten für einen WBS, besonders wenn man Familien hat. Wir prüften die Voraussetzungen und stellten fest: Für zwei unserer neuen Mitarbeiter kam ein WBS in Frage. Die dritte Person war alleinstehend und lag knapp darüber. Der entscheidende Vorteil war aber nicht nur der Preis. Es war die Verfügbarkeit. Auf dem freien Markt herrschte damals eine Leere, während der Markt für geförderte Wohnungen eine andere Dynamik hatte. Hier gab es tatsächlich noch Angebote.
Wir schlugen den neuen Kollegen vor, diesen Weg zu prüfen. Als Unternehmen konnten wir keinen Schein beantragen, aber wir konnten den Prozess unterstützen – mit Informationen und der Zusage, dass wir die benötigten Gehaltsnachweise umgehend ausstellen. Die Hürde für die Mitarbeiter sank dadurch spürbar.
Praktische Schritte jenseits des Portals
Die Webseite wbs-wohnung.net war unser Einstiegspunkt und zeigte bundesweit passende Objekte. Der eigentliche Aufwand begann danach. Wir lernten, dass man nicht einfach eine Anfrage schickt und wartet. Die Vergabe läuft oft über städtische Wohnungsbaugesellschaften oder Genossenschaften. Hier ist Beharrlichkeit gefragt. Wir haben einen festen Ansprechpartner in der Personalabteilung benannt, der die Bewerbungsunterlagen unserer Mitarbeiter prüfte und bei Rückfragen direkt als betrieblicher Kontakt zur Verfügung stand. Das machte einen Unterschied. Vermieter, besonders im öffentlich geförderten Bereich, schätzen verlässliche Informationen. Eine Bestätigung vom Arbeitgeber, dass das Arbeitsverhältnis unbefristet ist und der Mitarbeiter tatsächlich hier arbeitet, gab den Bewerbungen mehr Gewicht.
Der Prozess dauerte trotzdem mehrere Wochen. Es war kein schneller Click-and-get-Erfolg, sondern sorgfältige Kleinarbeit. Am Ende hatten wir aber für zwei Mitarbeiter eine verbindliche Zusage für eine Wohnung, die etwa 40 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete lag. Die monatliche Ersparnis für den Mitarbeiter liegt bei rund 450 Euro. Für uns als Firma bedeutete das gesicherte Kapazitäten und zufriedene, loyalere Mitarbeiter.
- Prüfen Sie frühzeitig die WBS-Voraussetzungen für neue Mitarbeiter im Einstiegsgehaltsbereich.
- Weisen Sie intern eine Person zu, die den Prozess kennt und Bewerbungsunterlagen gegenprüft.
- Seien Sie proaktiver Kontakt für die vermittelnden Stellen oder Genossenschaften.
- Kalkulieren Sie mit einer realistischen Zeitspanne von 6 bis 10 Wochen von der Bewerbung bis zur Zusage.
- Sehen Sie die Mietersparnis als indirekte Gehaltskomponente – sie steigert die Netto-Kaufkraft Ihres Personals.
- Bedenken Sie, dass eine geförderte Wohnung oft längerfristig gesichert ist und damit die Mitarbeiterbindung stärkt.
Die langfristige Wirkung auf den Betrieb
Der unmittelbare Effekt war, dass wir die Stellen besetzen konnten. Der langfristige Effekt ist interessanter. Die beiden Mitarbeiter, die nun in der geförderten Wohnung leben, haben seitdem keine Anfragen nach Gehaltserhöhungen aufgrund gestiegener Mietkosten gestellt. Die finanzielle Planungssicherheit auf ihrer Seite schafft auch auf unserer Seite Ruhe. Die Fluktuation in diesem Team liegt seit zwei Jahren bei null Prozent. Das ist ein Wert, von dem viele produzierende Betriebe nur träumen können. Natürlich ist das nicht nur der Wohnung geschuldet, aber sie ist ein stabilisierender Faktor.
Wir betrachten das Thema mittlerweile als festen Bestandteil unseres Onboarding für bestimmte Gehaltsgruppen. Es ist kein Masseninstrument, sondern eine gezielte Hilfe in einer spezifischen Lebenslage. Für andere Mitarbeiter ist es irrelevant. Aber für die, die es betrifft, löst es ein existenzielles Problem. Als kleiner Betrieb können wir keine firmeneigenen Wohnungen bauen. Aber wir können unsere Mitarbeiter dabei unterstützen, den bürokratischen Weg zu einer geförderten Wohnung erfolgreich zu gehen. Das kostet uns vor allem Zeit und Aufmerksamkeit, nicht aber großes Kapital. Und es hat unsere Personalarbeit in einem konkreten Punkt deutlich effektiver gemacht.